Dokumentation: Ein Dilemma

Etwas zu suchen, was man nicht einsortiert hat, ist ineffizient.
Aber etwas einzusortieren, was du nie wieder suchen wirst, ist reine Zeitverschwendung.
Dokumentation hat genau dieses Spannungsfeld.
Zu wenig davon, und du suchst ständig.
Zu viel davon ist reine Zeitverschwendung.
Beides kostet. Nur auf unterschiedliche Art.
Die Frage ist also nicht: „Doku – ja oder nein?“
Die Frage ist: Welche Doku spart später mehr Zeit, als sie heute kostet?
Dokumentation ist keine Bibliothek. Sie ist ein Werkzeug.
Ein Werkzeug gegen
- Wiederholung.
- Kontextverlust.
- „Wer weiß, wie das geht?“.
Ohne Doku wird Wissen zum Flaschenhals. Nicht, weil Menschen schlecht arbeiten.
Sondern weil Köpfe keine Infrastruktur sind.
Sie sind nicht versioniert. Nicht durchsuchbar. Nicht immer verfügbar.
Wenn jemand fehlt, fehlt oft gleich ein ganzer Teil des Systems.
Die typische Folge ist kein großer Knall sondern Nebel.
Mehr Rückfragen. Mehr Meetings. Mehr Vorsicht. Mehr „Ich fasse das lieber nicht an“.
Das ist nicht nur ineffizient - das ist unfair.
Unfair gegenüber den Menschen, die später übernehmen.
Unfair gegenüber dem Team, das ständig erklären muss.
Unfair gegenüber dem Produkt, das langsamer wird, obwohl es eigentlich wachsen sollte.
Die Lösung ist nicht: „Alles dokumentieren“. Die Lösung ist: Das Richtige dokumentieren.
Eben das, was man wirklich wieder suchen wird.
Zum Beispiel:
Was ist das Ziel dieses Systems?
Welche Entscheidungen sind bewusst getroffen – und warum?
Wie funktioniert unser Deployment?
Wo sind die Risiken und Grenzen?
Nicht als Roman. Als Wegweiser.
Eine gute Doku reduziert Suche. Ohne neue Suche zu erzeugen.
Sie ist kurz genug, um gepflegt zu werden.
Und nützlich genug, um benutzt zu werden.
Die Faustregel lautet:
Wenn du es morgen wieder erklären müsstest, schreib es auf.
Wenn du es morgen wieder nachschlagen würdest, mach es auffindbar.
Wenn du es morgen nicht wieder brauchst, lass es weg.
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TLDR — Die Kernaussagen
- Dokumentation hat ein Spannungsfeld: Zu wenig = du suchst ständig. Zu viel = du pflegst Dinge, die niemand je braucht.
- Doku ist ein Werkzeug, keine Bibliothek: Sie schützt vor Wiederholung, Kontextverlust und Wissens-Flaschenhälsen.
- Dokumentiere nur, was später wirklich gesucht wird: Ziele, Entscheidungen (mit Warum), Deployment, Risiken/Grenzen – kurz und auffindbar.
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